YoutubeYoutubeLinkedinInstagram

gedeckter Tisch
gedeckter Tisch
gedeckter Tisch
Themen
Die Stimme FÜR gesunde Lebensmittel
Themen
FÜR unsere Mitwelt
Themen
FÜR wertschaffende Zusammenarbeit
previous arrow
next arrow

Die Reduzierung von Zucker ist ein vergleichsweise einfacher Schritt für die Hersteller – sagt Heidrun Mittler, Ernährungswissenschaftlerin und frühere Redakteurin der Lebensmittel Praxis, einem Fachmagazin für die Ernährungsbranche.

IG FÜR: Übergewicht, Diabetes, Kreislauferkrankungen, Stoffwechselstörungen – alles sehr ernste Probleme. Aber: Ist es nicht zu einfach/simpel, den Zucker für Übergewicht und gesundheitliche Probleme verantwortlich zu machen?

Heidrun Mittler: Natürlich ist ein zu hoher Zuckerkonsum nicht die einzige Ursache für die genannten Krankheiten. Wie bei den meisten medizinischen Themen spielen meist viele Risikofaktoren eine Rolle bei der Entstehung der Krankheiten. Aber zu viel Zucker ist halt einer dieser Faktoren – und einer, den man vergleichsweise einfach reduzieren kann.

IG FÜR: Ist nicht jeder selbst dafür verantwortlich, was er isst? Wo liegt das Problem?

Heidrun Mittler: Das Problem sehe ich in der Gewöhnung an den süßen Geschmack. Das ist gerade bei Kindern und Jugendlichen ungünstig: Alkoholfreie Getränke mit hohem Zuckergehalt gelten bei vielen als Standardgetränk. Dabei könnten die Kids ebenso Wasser trinken.

IG FÜR: Muss man die Menschen mit einer Steuer "zwingen", weniger kalorienreich zu essen und zu trinken? Oder will man eher die Hersteller zwingen, ihre Rezepturen zu ändern?

Heidrun Mittler: Die Steuer wirkt erst einmal bei den Herstellern, die umso mehr bezahlen müssten, je höher der Zuckergehalt in ihren Produkten ist. Also liegt es nahe, die Rezepturen anzupassen. Bei Warengruppen wie Müsli, Joghurt oder Gebäck agieren die Hersteller bereits entsprechend. Discounter Aldi Süd hat sich gerade für eine Zuckersteuer auf zuckerhaltige Getränke ausgesprochen, das zeigt, wie heiß das Thema gerade in der Branche diskutiert wird.